Ein Waldspaziergang mit Kindern klingt in der Theorie immer herrlich friedlich. Alle atmen frische Luft, bestaunen gemeinsam die Natur und laufen natürlich ohne jede Diskussion fröhlich nebeneinander her.
In der Praxis hat spätestens nach zehn Minuten jemand Hunger, ein Stock muss unbedingt mit nach Hause und irgendwo ist eine Socke im Schuh verrutscht.
Der Wichtelwald in der Dippoldiswalder Heide schafft allerdings etwas, das selbst der beste mitgebrachte Snack nicht immer hinbekommt: Die Kinder vergessen für eine Weile, dass sie eigentlich keine Lust mehr aufs Laufen hatten.
Zwischen Moos, Wurzeln und Bäumen gibt es kleine Wichtelbehausungen zu entdecken. Manche sieht man sofort. Andere verstecken sich so gut, dass man zweimal hinschauen muss. Genau das macht diesen Ort für Kinder so spannend.
Wo liegt der Wichtelwald bei Dresden?
Der Wichtelwald liegt in der Dippoldiswalder Heide auf dem Gebiet der Stadt Rabenau, südlich von Dresden. Man findet ihn am Malterweg in Richtung Einsiedlerfelsen.
Hier kannst du den Standort direkt öffnen:
Wichtelwald in der Dippoldiswalder Heide bei Rabenau auf Google Maps
Für die Anfahrt solltest du dich an den ausgeschilderten Parkplätzen orientieren. Laut Stadt Rabenau gibt es öffentliche Parkmöglichkeiten gegenüber der Heidemühle, am ehemaligen Campingplatz und an der Dippoldhütte. Gerade an schönen Wochenenden können diese Plätze schnell voll sein.
Wir fahren deshalb lieber etwas früher los. Das ist mit Kindern ohnehin praktisch, denn am Vormittag ist die Wahrscheinlichkeit noch recht hoch, dass alle Schuhe, Jacken und Familienmitglieder gleichzeitig auffindbar sind.
Kleine Türen zwischen Moos und Baumwurzeln
Was ich am Wichtelwald besonders schön finde, ist nicht eine einzelne große Attraktion. Es sind die vielen Kleinigkeiten.
Eine winzige Tür am Baumstamm. Ein kleines Dach zwischen den Wurzeln. Eine Behausung, die aussieht, als hätte ihr Bewohner sie gerade erst verlassen. Kinder entdecken solche Dinge mit einer Ernsthaftigkeit, die man als Erwachsene viel öfter gebrauchen könnte.
Meine Töchter hatten jedenfalls sehr schnell ihre eigenen Vorstellungen davon, wer hinter welcher Tür wohnen könnte. Vielleicht ein Waldwichtel. Vielleicht eine Fee. Vielleicht jemand, der nachts die Blätter sortiert und tagsüber grundsätzlich nicht gestört werden möchte.
Man läuft automatisch langsamer und schaut genauer hin. Aus einem normalen Nachmittag im Wald wird so eine kleine gemeinsame Geschichte.
Unsere Feentüren aus FIMO
Wir wollten nicht nur nach den Türen suchen. Natürlich mussten wir vorher eigene Feentüren gestalten. Es wäre schließlich viel zu vernünftig gewesen, einfach nur spazieren zu gehen.
Unsere Türen sind aus ofenhärtender Modelliermasse entstanden. Wenn du FIMO erst einmal ausprobieren möchtest, ist dieses günstige Set mit verschiedenen Farben und Werkzeugen praktisch für den Anfang. Das Material ist allerdings etwas empfindlicher und kann bei dünnen Teilen schneller brechen.
Für stabilere Arbeiten verwende ich lieber originales FIMO. Gerade bei einer Tür mit kleinen Verzierungen, Rahmen und tieferen Strukturen merkt man den Unterschied.
Wer lieber direkt mit den Details loslegen möchte, findet hier außerdem das Werkzeugset, das ich für die Strukturen verwendet habe.
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Falls du keine Bastelqueen bist und lieber eine fertige Tür einziehen lassen möchtest, findest du einige meiner handgemachten Feentüren in meinem Etsy-Shop.
FIMO mit kleineren Kindern
FIMO ist für kleinere Kinder nicht immer sofort angenehm zu verarbeiten. Die Masse muss erst eine Weile in den Händen erwärmt und weich geknetet werden. Das kann für kleine Finger ziemlich anstrengend sein.
Bei uns hat es gut funktioniert, wenn ich größere und festere Stücke zuerst etwas vorbereitet habe. Danach konnten die Kinder Farben auswählen, Teile formen und bei den Verzierungen helfen.
Beim Schneiden, beim Arbeiten mit scharfen Werkzeugen und natürlich am Backofen übernimmt immer ein Erwachsener.
Warum weißes FIMO plötzlich nicht mehr weiß ist
Weißes FIMO besitzt eine besondere Begabung. Es findet zuverlässig jeden winzigen Farbrest, der noch an den Fingern oder auf der Arbeitsfläche klebt.
Bevor ich mit Weiß arbeite, wasche ich deshalb gründlich meine Hände und reinige auch die Unterlage und die Werkzeuge. Noch besser funktioniert es mit waschbaren Baumwollhandschuhen.
Die lassen sich bei Bedarf bleichen und man schwitzt darin nicht so wie in Gummihandschuhen. Man kann sie später sogar zum Gärtnern verwenden. Der Tipp stammt übrigens von meiner Omi und Omi Tipps diskutiert man nicht. Man probiert sie aus und stellt meistens fest, dass sie recht hatte.
So haben wir die Holzstruktur gestaltet
Für die Tür habe ich zuerst die Grundform modelliert. Danach kamen die einzelnen Holzdetails dazu.
Mit den kleinen Modellierwerkzeugen habe ich leichte, etwas unregelmäßige Wellenlinien in die Oberfläche gezogen. Die Linien sollten nicht alle gleich aussehen. Echtes Holz fragt schließlich auch nicht erst nach einem Lineal.
Die einzelnen Bretter habe ich mit einem Messer eingeritzt. An einigen Stellen habe ich die Furchen etwas tiefer gezogen, damit man die Aufteilung auch nach dem Härten noch gut erkennt.
Wichtig ist, die Linien nicht nur oberflächlich aufzumalen. Eine Mischung aus feinen Strukturen und einzelnen tieferen Furchen lässt das Holz später viel lebendiger wirken.
Der Steinrahmen besteht nicht aus einzelnen Steinen
Die Steine rund um unsere Tür sehen aus, als wären sie einzeln geformt und zusammengesetzt worden. Tatsächlich habe ich mir die Arbeit etwas leichter gemacht.
Ich habe zuerst eine lange Schlange aus FIMO gerollt und sie als Rahmen um die Tür gelegt. Anschließend habe ich mit einem Werkzeug die einzelnen Steine eingedrückt und unterschiedlich geformt.
So bleibt der Rahmen zusammenhängend und ist weniger empfindlich als viele kleine Einzelteile. Außerdem spart es Zeit. Das ist besonders wertvoll, wenn nebenbei bereits die nächste Person wissen möchte, wann endlich die rosa Farbe dran ist.
Wie lange muss FIMO in den Backofen?
Ofenhärtendes FIMO wird laut Hersteller bei 110 Grad Celsius für 30 Minuten im vorgeheizten Backofen gehärtet.
Ich lege die fertigen Teile auf Backpapier und achte darauf, dass feine Verzierungen nicht umknicken. Nach dem Härten lasse ich alles vollständig auskühlen. Erst dann ist die Modelliermasse richtig fest.
Da Backöfen nicht immer exakt die eingestellte Temperatur halten, kann ein Ofenthermometer sinnvoll sein. Die Angaben auf der jeweiligen Verpackung haben trotzdem immer Vorrang, besonders wenn du eine andere Modelliermasse verwendest.
Die ausführlichen Hinweise zum Härten findest du auch direkt bei STAEDTLER.
Ein wichtiger Hinweis zu den Wichtelhäusern im Wald
Unsere Feentüren sind ursprünglich für den Wichtelwald entstanden. Inzwischen gelten dort klare Regeln, damit der Ort erhalten bleibt und der Wald nicht unter seinem eigenen Erfolg leidet.
Der freigegebene Bereich wurde begrenzt und ist vor Ort durch einen Zaun sowie durch Schilder mit den aktuellen Wichtelhausregeln gekennzeichnet. Häuser außerhalb dieses Bereichs werden entfernt. Das gilt auch für fremde Materialien, Schnüre und Seile.
Bitte schaut euch deshalb vor Ort zuerst die Schilder an und bleibt mit den Kindern auf den vorhandenen Wegen. FIMO, Plastik, Glitzer, Nägel, Schrauben, Lichterketten und andere künstliche Materialien gehören nicht in den Wald.
Unsere selbst gemachten FIMO Türen dürfen heute lieber das Kinderzimmer, eine Fußleiste oder eine kleine Ecke zu Hause bewohnen. Für Fotos kann man sie natürlich mitnehmen und danach wieder einpacken.
Die aktuellen Hinweise zum Wichtelwald findest du im Ortsblatt der Stadt Rabenau vom April 2026.
Was wir für einen Waldnachmittag einpacken
Für uns braucht es kein großes Ausflugsprogramm. Sinnvoll sind trotzdem:
- feste Schuhe
- Kleidung, die schmutzig werden darf
- Wasser und ein kleiner Snack
- eine Lupe für besonders gründliche Waldwichtelforscher
- eine Tüte für den eigenen Müll
- je nach Wetter Matschhose oder Regenjacke
Wir planen lieber etwas mehr Zeit ein. Nicht weil der Weg besonders lang sein muss, sondern weil Kinder vor einer winzigen Tür erstaunlich ausführliche Gespräche darüber führen können, ob der Bewohner gerade schläft oder nur so tut.
Lohnt sich der Wichtelwald bei Rabenau mit Kindern?
Für uns ganz klar, ja.
Der Wichtelwald ist kein Freizeitpark und braucht auch keiner zu sein. Es gibt keine blinkenden Schilder und keinen festen Ablauf. Dafür gibt es Moos, Bäume, kleine Türen und jede Menge Platz für eigene Geschichten.
Gerade deshalb lohnt sich der Ausflug für Familien aus Dresden, Rabenau, Freital, Dippoldiswalde und der Umgebung. Man kann den Besuch als kurzen Waldnachmittag planen oder mit einer längeren Wanderung durch die Dippoldiswalder Heide verbinden.
Aktuelle Informationen zu einer größeren Wanderung durch die Heide gibt es bei Sachsen Tourismus.
Mein Fazit
Manchmal braucht es erstaunlich wenig, damit ein Nachmittag hängen bleibt. Ein paar kleine Türen, viel Wald und Kinder, die überzeugt davon sind, dass hinter der nächsten Wurzel ganz sicher jemand wohnt.
Unsere selbst gemachten Feentüren gehören für mich fest zu dieser Erinnerung. Sie waren der Anfang der Geschichte, lange bevor wir überhaupt im Wald angekommen sind.
Und falls bei uns zu Hause irgendwann nachts winzige Fußspuren vor einer der Türen auftauchen, werde ich selbstverständlich sehr vernünftig reagieren.
Ich werde zuerst die Kinder wecken.
Meine verwendeten Materialien
Werbung: Die folgenden Links sind Affiliate Links. Bei einem Kauf erhalte ich eine kleine Provision. Für dich ändert sich der Preis nicht.
- Günstiges Modellierset mit Werkzeugen für den Einstieg
- Originales FIMO
- Werkzeugset für Holzlinien, Furchen und kleine Details
- Waschbare Baumwollhandschuhe
Häufige Fragen zum Wichtelwald bei Rabenau
Wo befindet sich der Wichtelwald?
Der Wichtelwald liegt in der Dippoldiswalder Heide bei Rabenau, südlich von Dresden. Die Wichtelbehausungen befinden sich am Malterweg in Richtung Einsiedlerfelsen.
Kostet der Besuch Eintritt?
Der Wichtelwald befindet sich in einem öffentlich zugänglichen Waldgebiet. Für den Besuch des Waldes wird kein Eintritt erhoben. Mögliche Parkgebühren und die Beschilderung vor Ort sollten beachtet werden.
Darf man eine eigene Wichteltür im Wald aufstellen?
Vor Ort gelten aktuelle Wichtelhausregeln. Gebaut werden darf nur im gekennzeichneten Bereich und entsprechend der dortigen Hinweise. Künstliche Materialien wie FIMO, Plastik, Glitzer, Nägel oder Lichterketten sollten nicht im Wald zurückbleiben.
Kann man den Wichtelwald mit einer Wanderung verbinden?
Ja. Die Dippoldiswalder Heide bietet verschiedene Waldwege und lässt sich gut für einen längeren Familienausflug nutzen. Wie weit ihr gehen möchtet, könnt ihr an Alter, Wetter und Tagesform der Kinder anpassen.
Was kann man mit selbst gemachten FIMO Türen machen?
Die Türen eignen sich als Dekoration im Kinderzimmer, an einer Fußleiste oder für kleine Geschichten rund um Feen und Wichtel. Sie können auch als Fotomotiv mit in den Wald genommen werden, sollten danach aber wieder mit nach Hause kommen.
